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Engagement Uganda Projekt
In Norduganda herrscht seit mehr 20 Jahren Krieg. Aufgrund des Konfliktes lebt 80% der Bevölkerung in Camps für Binnenflüchtlinge, ohne Strom und Wasser und abhängig vom Welternährungsprogramm. Nach Schätzungen wurden in Norduganda 25.000 Kinder von den Rebellen der Lord Resistance Army entführt und als Kindersoldaten missbraucht.

Im Herbst 2006 wurde eine Bestandsaufnahme der Situation ehemaliger Kindersoldaten in Norduganda durchgeführt, um darauf aufbauend Interventionen entwickeln zu können. Dabei wurden Psychiater, Sozialarbeiter und andere Experten befragt, sowie die Situation in den Auffanglagern für entwaffnete Kindersoldaten und die Lebensumstände in den Flüchtlingscamps begutachtet.

Das Kernstück der Analyse bildet die Befragung von 330 ehemaligen Kindersoldaten. Die Kinder waren im Durchschnitt mit zehneinhalb Jahren entführt worden und bis zu 9 Jahre von den Rebellen als Soldaten eingesetzt worden. Sie berichteten von unvorstellbaren Gewalterlebnissen. 88% haben Tötungen von Menschen mit ansehen mussen und 79% wurden Augenzeugen regelrechter Massaker. Viele haben Folter, Vergewaltigung und tagelange Gewaltmärsche mit schweren Lasten ertragen müssen. Haufig sind die Kinder zu Opfern und Tatern von Gewaltakten gleichermasen gemacht worden.

So berichten 53% selbst andere Menschen getötet zu haben. Nach der Demobilisierung ist der Weg zurück in die zivile Gesellschaft fur viele nicht einfach. Durch die Folgen des Krieges sind 43% der Kinder zu Vollwaisen geworden und viele in der Bevölkerung haben Angst vor den ehemaligen Kindersoldaten. Die Kinder zeigen schwere, insbesondere psychische Symptome. Sie berichten von Bauch- und Kopfschmerzen, von Albträumen, Depressionen und Schuldgefühlen. 61% zeigen im Fragebogen psychische Auffälligkeiten von behandlungsbedürftigem Ausmass. In Norduganda gibt es bisher so gut wie keine langfristige therapeutische Angebote für diese schwer traumatisierten Kinder und Jugendliche.
Markus Mertens Engagement für ehemalige Kindersoldaten in Norduganda
Ambulanz für Kriegskinder
Im Februar 2009 ist ein Aufenthalt von Dr. med. Hubertus Adam (Ärztlicher Leiter von Children for Tomorrow) und Dipl.-Psych. Fionna Klasen in Norduganda geplant, um eine Ambulanz für kriegstraumatisierte Kinder zu etablieren und psychiatrische und psychotherapeutische Versorgungsstrukturen in Nordunganda aufzubauen [u. a. Gruppenangebote und psychoedukative Programme in den Camps fur Binnenflüchtlinge, Aus- und Weiterbildung fur Medizinstudenten und Sozialarbeiter]. Um kulturadaptierte Angebote entwickeln und implementieren zu können, soll ein lokaler Psychiater eingestellt werden.
Mit diesen Angeboten soll ein Beitrag zur Rehabilitation und Reintegration ehemaliger Kindersoldaten in die zivile Gesellschaft geleistet werden.
0221. 99 22 86 10
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